hier nehmen wir Stellung....

Kommentar zum Besuch von Minister Remmel

 

Eine grundlastfähige Technologie wie die eines Braunkohle-oder Atomkraftwerkes mit einer Onshore WKA zu vergleichen, ist meiner Meinung nach recht töricht.

Nach wie vor gibt es kein tragbares Konzept für die Zeiten, wo - im Falle von PV-Anlagen - keine Sonne scheint oder - im Falle von WKA´s - kein Wind bläst. Tatsächlich benötigen wir dann Kraftwerkskapazitäten – sog. Schattenkraftwerke. Ein tragbares Konzept würde damit beginnen, dass die Minister sich über einen angemessenen Netzausbau, bzw. den Aufbau von Speicherlösungen einig werden und diesen forcierten, weil es Priorität hat!

Die Bundesnetzagentur sieht sich in einem kürzlich veröffentlichten Bericht darin bestätigt, dass das primäre Problem nicht mangelnder Strom, sondern die Leistungsfähigkeit des Netzes ist. Ein Neubau von Reservekraftwerken auf Basis der Reservekraftwerksverordnung sei zur Zeit nicht notwendig. Jedoch – wird die Verzögerung beim Netzausbau auch in den kommenden Jahren einen erheblichen Bedarf an Reservekraftwerken – bei steigenden Kosten - verursachen.

Es sei denn, man hätte Lösungen für Speicher und Stromtransport in Maßstäben, die einem Industriestandort, wie Deutschland gerecht würden. Dies speist der Minister aber lapidar ab „es werde in vielen Richtungen gearbeitet“. Falsch, hier werden die falschen Prioritäten gesetzt!

  • Das ist zu wenig!
  • Das ist konzeptlos!
  • Das ist zu teuer!
  • Das geschieht auf unsere Kosten!

Und für solche Antworten sollte man die Verantwortlichen schicken und zwar weit weg!

Es kann nicht sein, dass mit dieser Einstellung und einem regelrecht kriminellen Subventionskapitalismus flächendeckend hässliche Denkmäler der industriellen Vermessenheit geschaffen werden, nur weil einzelne Minister mit verklärter Ökoromantik und überzogenem Enthusiasmus ihre Energiewende basteln. Mir kann noch niemand weiß machen, das gigantische Beton- und Stahltürme mit Rotoren, die zudem in den Mittelgebirgen viel zu oft nicht effektiv arbeiten – „grün“, „nachhaltig“ oder „ökologisch“ sein sollen. Hier sollen Fakten geschaffen werden, die unsere Gesundheit, die Artenvielfalt der Natur und unsere einmalige Landschaft verschandeln würden.

Denn die WKA´s und deren Folgen sind sicher nicht an einem Tag abgebaut!

Andre Koester

 

offener Brief an Minister J.Remmel

 

 

 

 

BIG HOMBURGER LÄNDCHEN  e.V.    •   NALLINGEN 7   •   51588 NÜMBRECHT

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Telefon:+49 (0) 2262-717 63

 

 

Offener Brief

                                            

Nümbrecht, den 11.06.2014

 

Sehr geehrter Herr Minister,

 wir freuen uns, dass Sie als Umweltminister des Landes NRW das Homburger Ländchen besuchen. In Ihrer Funktion als Umweltminister sehen wir Sie als „ministerialen Anwalt der Natur“ und möchten Ihnen mit diesem Brief das Mandat für den Erhalt der Vielfältigkeit unserer Heimat übertragen.

Wie Sie bei  der Vorlage des „Umweltbericht(es) NRW 2013“ im November letzten Jahres sagten, sorgen Sie sich darum, dass die „Festplatte der Natur“ gelöscht werden könne.  Ebenso würdigten Sie im Rahmen Ihrer Sommertour im Juli 2013 die Bedeutung des Waldes folgendermaßen: „Wälder sind Orte für Freizeit und Erholung, sie speichern Wasser, reinigen die Luft und sind Heimat hunderter seltener Tier- und Pflanzenarten...“.

Diese Meinung teilen wir mit Ihnen.

Wie vertragen sich allerdings diese Äußerungen mit dem Vorhaben des Rates der Gemeinde Nümbrecht, der angeblich nach Maßgabe Ihres Ministeriums mit gigantischen Windkraftanlagen gerade diese einzigartige, in Jahrhunderten gewachsene Kulturlandschaft zerstören will?

Durch gewollt unzureichende Gutachten soll nicht nur der Landschaftsschutz, sondern vor allem auch der Artenschutz  im Homburger  Ländchen für unwirtschaftliche subventionierte Windkraftanlagen geopfert werden. Entgegen den von der Gemeinde Nümbrecht vorgelegten „Gutachten“ haben wir  einen großen Bestand an Rotmilanen, wir haben Schwarzstörche, große Mausohren, Wildkatzen und weitere 30 planungsrelevante Arten, die die einmalige Biodiversität im Bergischen Land widerspiegeln.

Während sich das Bundesamt für Naturschutz im Rahmen des Programms „Biologische Vielfalt“ in einem Schutzprojekt unter anderem mit großem finanziellen Einsatz für den Schutz der Rotmilan - Lebensräume einsetzt, sollen hier  diese Lebensräume leichtfertig ohne Not  zerstört werden

Sie zeigen heute durch Ihre Anwesenheit bei der Einweihung des Landschaftshauses Homburger Ländchen und auch durch das finanzielle Engagement der Landesregierung im Rahmen der Regionale 2010 Ihr großes Interesse an dieser einzigartigen Kulturlandschaft

„Unter dem Titel „Kulturlandschaft Homburger Ländchen“ wurde im  Rahmen der Regionale 2010 ein Projekt ins Leben gerufen, das die Bedeutung des Homburger Ländchens als eine wertvolle Kulturlandschaft hervorhebt und diese weiterentwickelt. Dies kann jedoch nur geschehen, wenn der besondere Charakter und die wertgebende Substanz der Landschaft erkannt werden. Diese Substanz speist sich aus naturräumlichen Zusammenhängen und einer in der Geschichte verwurzelten Kultur der Landnutzung - im Homburger Ländchen insbesondere von Land- und  Forstwirtschaft.“ (2)

Wir leben in dieser einzigartigen Landschaft  und möchten sie bewahren!

Deshalb werden wir Sie in Ihren Bemühungen, die „Festplatte der Natur“  - auch im Sinne der einschlägigen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichtes (3) - zu schützen, gegen alle Widrigkeiten unterstützen.

Wir bitten Sie um eine kurzfristige Stellungnahme, wie Sie uns Ihrerseits, in unserem Bemühen die „Festplatte der Natur“ in dieser schützenswerten Kulturlandschaft wirklich zu bewahren und weiterzuentwickeln, unterstützen werden

Mit freundlichen Grüßen

 

Der Vorstand der

Bürgerinitiative Gegenwind Homburger Ländchen e.V.

 

Volker Birkholz

Rüdiger Hagelstein

Frank Henning

Helga Schugardt-Lohaus

Manfred Surges

 

 

1)    http://www.bfn.de/0401_2014.html?&cHash=a1f35d532431d0286cbaafd4de8ba1a4&tx_ttnews%5Btt_news%5D=4914

2)    (http://kulturlandschaft-homburgerlaendchen.de/)

3)    BVerwG 4 C 1.12 vom 27.06.2013

 

 

 

Unwissenheit oder Absicht?

Das kann doch nicht wahr sein!

27.09.2013 

Am 27.09.2013 erschien in der OVZ folgender Leserbrief: 

„Windräder sind hässlich, passen nicht in unsere Landschaft, und niemand will sie haben! Soviel ich weiß, gibt es in unserem Südkreis lediglich vier Stück, eins in Nümbrecht –Hasenberg, und drei in Reichhof-Erdingen. Waldbröl, Morsbach und vor allen Dingen Wiehl blieben bisher verschont. Warum also der Protest der Einwohner von Drabenderhöhe, die doch zirka 5 bis 6 km vom geplanten Standort entfernt auf Wiehler Gebiet wohnen und somit auch keine Anwohner sind? Statt lauthals zu protestieren, sollte sich die Bürgerinitiative bemühen, einen anderen geeigneten Platz auf Wiehler Gebiet zu finden. Wie wäre es mit dem Industriegebiet Bomig, wo die Windanlagen in der Gemeinde Wiehl am wenigsten stören!

Das hätte vier Vorteile: 1. Die Stadt Wiehl hätte die ersten Anlagen auf ihrem Gebiet und könnte in Zukunft über die Vergabe von neuen Standortgenehmigungen in Nachbargemeinden mitreden. 2. Die Drabenderhöher würden die Windrädernur noch aus mehr als zehn Kilometern Entfernung sehen. 3. Die putzigen Fledermäuse im Gebiet zwischen Marienberghausen und Drabenderhöhe würden in ihren Lebensgewohnheiten nicht beeinträchtigt, und die Anwohner müssten nichts mehr über Tiere lernen, von deren Existenz sie bis vor wenigen Wochen noch keine Ahnung hatten. 4. Im Fall einer Errichtung wird ein Profi-Biologe sicher als Gutachter irgendwelche Tiere finden, die die Emissionen im Industriegebiet und den Lärm der Autobahn A4 überlebt haben, nun aber durch den Bau der Winräder vom Aussterben bedroht sind. Er wird zustimmende Menschen finden und eine neue Bürgerinitiative gründen.“                                                              Gerd N. Nümbrecht

 

Noch am selben Tage wurde ein Leserbrief als Antwort auf diese unglaublichen Behauptungen an die OVZ gemailt. Dieser Leserbrief wurde bis heute nicht in der Zeitung veröffentlicht. Deshalb steht er nun auf dieser Seite.

 

(Kleine Anmerkung: Am 08.07.2013 war ebenfalls ein Leserbrief in der OVZ erschienen, in dem es um die fragwürdige Wirtschaftlichkeit solcher Anlagen ging. Bürgermeister Redenius bekam direkt neben dem Leserbrief Raum für eine gedruckte Stellungnahme.)

 

Hier nun also die Antwort auf den Brief von Herrn N. aus N.:

 

„Sicherlich soll in einem Leserbrief Ironie erlaubt sein. Die Behauptung aber, die Einwohner von Drabenderhöhe wohnten ca. 5 – 6 km vom geplanten Standort der Windkraftanlagen auf Nümbrechter Gebiet entfernt, lässt verschiedene Möglichkeiten der Deutung zu:

  1. Herr N. weiß nicht, wo Drabenderhöhe liegt.
  2. Herr N. weiß nicht, wo das Plangebiet liegt.
  3. Herr N. kennt sich mit Maßstäben auf Landkarten nicht aus.
  4. Herr N. lügt bewusst.

Zu den Möglichkeiten 1 – 3 sei zum wiederholten Male gesagt, dass das Plangebiet für die WKAs zwischen 400 und 600m von Drabenderhöhe entfernt ist und nicht, wie behauptet, 5 – 6km.

Zur Möglichkeit Nr.4 kann man nur sagen, plumper können die Nümbrechter Windenergiefanatiker kaum Fehlinformationen streuen.“                                                                   Michael Lohaus, Nümbrecht

 

 

 

Ist das möglich???

In einer von der Nümbrechter Kur GmbH herausgegebenen Broschüre unter dem Thema

„WOHLFÜHLEN    Heilklima    Gesundheit    Die Seele baumeln lassen    Wellness“  wird für einen Aufenthalt in Nümbrecht geworben. Dort heißt es u.a.:

 „ ATMEN SIE DURCH!"

... Schritt für Schritt laufen wir dem Alltag davon. Hinter jeder Kurve, hinter jedem Hügel öffnet sich ein neuer Blick, das ist unser Homburgisches Wanderland.“

                                                                oder auch

 „EINFACH MAL RAUS INS GRÜNE!"

Nur eine knappe Stunde von Köln und doch so anders. 346m über NN finden Sie eine kurvenreiche Hügellandschaft mit weitläufigen Wäldern und Wiesen, die Sie sattgrün anlächeln, Kühen, von denen wir wissen, dass sie glücklich sind und Pferden, die das Bild der Landschaft prägen.

Die Region von Nümbrecht ist ein Kleinod mit zahlreichen Naturschätzen. Die Auwälder an der Bröl sind sogar von internationaler Bedeutung und unterliegen als Natura 2000-Gebiet (FFH) der Naturschutzrichtlinie der Europäischen Union.“

 In einer anderen Broschüre der Nümbrechter Kur GmbH zum Thema ERLEBEN heißt es:

 „Nümbrecht – das bedeutet sanft geschwungene Hügel, Wälder, Wiesen und kleine Dörfer mit idyllischen Gassen sowie Fachwerk- und Schieferhäuser."

Was könnte es Schöneres geben, als diese wunderschöne Landschaft zu Fuß zu erkunden?

Sie können einzigartige Ausblicke genießen und die Natur erleben. Auf zahlreichen gekennzeichneten Wanderrouten können Sie das Homburgische Land entdecken und genießen. Der Bergische Panoramasteig führt ... in 12 Etappen durch den Naturpark Bergisches Land. Dabei begleiten Sie auf Schritt und Tritt beeindruckende Aussichten in die weite offene Kulturlandschaft ... und besonders häufig über die für die Region so typischen Höhenzüge mit ihren Panoramablicken. ...“

 Wie fantastisch, dass auch die Nümbrechter Kur GmbH als Gesellschaft unserer Gemeinde unsere Natur so schätzt! Warum setzt  die Verwaltung dann alles daran, dass sich bald nicht mehr hinter jeder Kurve, hinter jedem Hügel ein neuer Panoramablick eröffnet, sondern gigantische 200m hohe Windkraftindustrieanlagen von jedem Winkel des Homburger Ländchens aus das Panorama bestimmen?

Man braucht auch gar nicht erst herzukommen: Diese Anlagen kann man schon von Köln aus sehen! Dann ist es aus mit den Pferden, die die Landschaft prägen!

Oh herrliche Natur – unser Homburgisches Wanderland!!